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Wednesday, January 25, 2006

Autre Monde: May Eve Time





Susanne Karr & Sybil Amber (1993) s. k. see s. k. . Wien: messing

© Sybille Amber: Intellectual Property 2005

Tuesday, June 28, 2005

1980.1

First theater work, around 1980.


© Sybille Amber: Intellectual Property 2005

1995.1


Die Baeume lauschen dem Regenbogen,
Tauquelle gruent in junger Stille,
Drei Laemmer weiden ihre Weisse,
Sanftbach schluerft Maedchen in sein Bad.
Rotsonne rollt sich abendnieder,
Flaumwolken ihr Traumfeuer sterben.
Dunkel ueber Flut und Flur.
Froschwanderer springt grossen Auges,
Die graue Wiese huepft leis mit.
Im tiefen Brunnen klingen meine Sterne.
Der Heimwehwind weht gute Nacht.

© Sybille Amber: Intellectual Property 2005

1992.2


ebenen
verschieben
in
entgegengesetzter richtung
des lebens
von
menschen
zeit
kann kommen
ohne
zeit
und
sehen
und zeit vorbei

© Sybille Amber: Intellectual Property 2005

1992.1


einall weise exalterations seien mir auch gestattet:

die schuld ist der hass
die pest ist die luege
die rettung das erinnern
die hoffnung das vertrauen

diese ihrer sind vierer der saetze. man soll sich nicht fragen, wie diese sinnkonglomeration eine evolution antreten koennen, sondern vielleicht versuchen zu verstehen und zu verifizieren, welches mensch an sinn verstanden hat. im grunde ists natuerlich ganz einfach, es waer aber reichlich banal da einfach so das codewort niederzuschreiben, denn skoennt ja auch missverstanden werden und da wir hier nicht in einer wissenschaftlichen abhandlung sind, also, will sagen, ausserhalb einer derartigen realitaet. ich stelle mich hoechstens mir selber vor, wie ich da an der schreibmaschine herumtippe, allersings doch mit einiger geschwindigkeit, weil ich ja schon so jobs gemacht hab, sie wissen schon, verlag und so, auch beim adressenschreiben, unter anderem, lernt mansfraus.

zurueck in medias res pantha rei. uebers blatt gebeugt geneigter buchstabenzu-sammensetzer! diese aneinanderreihungen von sinnhaftigkeiten moegen einall zwar nicht sinnvoll erscheinen, doch bitte ich um die freundliche aufmerksamkeit der nichtsoganz interssiertendressierten.
liebe leute, wenn ich da so schreibe, dass sich bald einall aendern wird in diesem universum, dann mag ich nicht dumm herumunken. ich habe keine ahnung von gar nichts, weil ich nie genau zuhoere. auch entsprichts ja den wahrhaften tatsachen, dass, wie mein mir kontakiges umfeld weiss, der emische zustand meiner gehoersmuscheln samt geraetschaft – ich geb´s zu, zuviel konrad bayer gelesen – einer gewissen strapazierung aufgrund jahrelanger belastungen von instrumenten, mit denen manche leute angeblich musik machen, ausgesetzt war. jetzt hatt´ich beinah das subjekt vergessen. ziemlich laestig und meine lektorin hatte wieder ihre freud ghabt.

wissen sie, es gibt leute, die schauen einem in die augen und meinen sie haetten jemand anderen vor sich. wie das geht? also ganz einfach, das ist so: voranstellen moechte ich, dass anbei beschriebenes der persoenlichen erfahrung entspringt, ut ne werter blattgeneigter sie denken, swaer nur so eine erfindung. bekanntlich wird manfrau ja mit der zeit, durch die jahre, also waehrend der erfahrungen von alter, vorsichtiger und smag dann manchmal wie eine rechenerbschaft klingen, doch nichts dergleichen!

also, stellen, sie sich vor, wenn moeglich mit geistigem auge, aber vielleicht koennen sies ja auch in ein paar tagen auf video sehen, materialisert mit einem wort, sie sind tochter. angesprochen und tituliert mit meine grosse tochter. (bitte atmen sie jetzt tief ein, aber versuchen sie sich von dem gedanken zu befreien, dass dies geschreibte hier schon wieder eine von diesen vergangenheitsbewaeltigungen sein soll. in logischem sinne ists das schon, doch liegt mir mehr daran. es geht vor al-lem darum, dem publikum my emics darzulegen.) don´t get it wrong, das ist sicher kein beruf zum behuf. das sollt doch mal im reisepass stehen haben, so wie: geschaeftsfrau. gibt’s das ueberhaupt?

weiter? hoert, hoert: eines tags trugs sich zu, klar, denn ich bin ja materie, auch, doch, schliesslich und endlich. fast unfassbar. ich meine fuer mich selbst, denn begreifen tu ich das nicht. klar ist mir das mysterium von der entstehung eines neuen menschen zumindest einigermassen bekannt. tja, seltsam, auch worte kann manfrau erben. mulatschag, zum beispiel. doch bitte keinerlei beweihraeucherung irgendwelcher personen. wie siehts da aus mit denkerbschaft? eindeutig existent, laut meinem einstimmigen beschluss.

es ist wirklich beeindruckend, sehen sies? da vergehen tage, jahre, jahrzehnte, undann holt einen ploetzlich die vergangenheeit ein. nein, nein, das ist nichts negatives. das ist interessant, denn hatten sie schon mal das gefuehl, dass die zeit stehen bleibt, positiver weise und sie dadurch nur dazu lernen koennen? get on up. saemtlich zukuenftige begebenheiten und ereignisse werden nicht mehr von mir allein bestimmt werden werden. diese doppelte zukunft, wie euch schon vorhergegangene sprachliche erlaeuterungen deutlich machten, setzt sich prinzipiell und grundsaetzlich aus, wie kann es anders sein, zwei verschiedenen welten zusammen. von solchen dingen wie kulturschock oder anderen dieser neuzeitlichen wortklaubereien habt ihr wohl schon gehoert, und ich sag ecu, auch wennst ein offener mensch bist, passierts dir.

heute geb ich nicht so schlaue dinge von mir, wie zum beispiel sonst, wenn ich mit suzy zusammen bin, sie hat uebrigens so eine sammlung von elaborationen meiner seele, aber auch meines geistes. also, zur beschreibung der situation erlaeutere ich den sachverhalt nicht naeher, denn die ausfuehrungen in dieser richtung tragen zu keinerlei person klarheit bei. sehr einfach, oder? na ja, jedenfalls sind die aeusseren umstaende nicht besonders anders als sonst auch, die inneren aber schon, die sind naemlich beeindruckend intensiv und nach laengeren telefongespraechen bin ich nun vollends in wirbelnde begeisterung hineingefallen. das muss mir mal einer nachmachen, da werds aber schaun. denn diese angenehme stimme hat direkt und ohne umschweifungen den weg in mein da gefunden, die seele des menschen, mein herz und das ganze nicht materielle wesen, beide elemente des nicht konkreten teils, erreicht.

© Sybille Amber: Intellectual Property 2005

1991.1


diese laestigen ueberlagerungen von verschiedenen aufoktruierten schichten, die ja gar nicht ausgesucht und durch die flutwelle von informationen gespeichert werden. aufgenommen in den denkvorgang, der sich dauernd und unaufhoerlich fortsetzt, ungreifbare und sich selbststaendig bewegende hirngifte. da die betaeu-bung in solcher situation und unter derartigen ebegebenheiten notwendig notwen-dig erscheint, wird permanent ein gewisses mass an borniertheit aufrecht erhalten und somit die steuerung von aussen nahezu serviert. closed.
es mag nicht nur die suche sein. it seems better to use the english language to express certain aspects. why is this world so and how is it possible to live in it? or perhaps should I say with it, how can one live within structures like this society presents? human beings that tend to live and how com that human beings are able to live within their physics? all this seems so unnatural and where is the spirit that is like a thin rope, that is to say like a nearly unseen and not seazable thread, which is constituted throughout an infinite number of fibres. the truth nobody be-lieves. it is like coming to the ground and having seen clearly. once you start it, it never lets you go. that means that one has to get into it, more and more. the deci-sion for a step means to choose the rest of the way and might lead unfortunately to a life of categories, but luckily to something else.

© Sybille Amber: Intellectual Property 2005

1990.1


hirnverkohlte autorealitäten. versandete benuetzungsbetons. was fuer ein tag.
bilaterale informationshandschriften, die hinweisen wollen, doch muender includieren trotzdem verquere fragen. erfahrungsgemaess werden solche dunkelheiten oefter zu verschwiegenen ausbruechen. blattfarbene ueberschuetze ziehen ueber silberne abdeckkappen.
bis dahin lieg ich hinter der abtrennungsschutzmauer und fuehl mich wohl, als nicht.
wie kommt die feuerweiche an diesen trog? – uebermorgen sollte schon vorgestern gewesen sein, damit und so. persona mea gleicht nicht einmal dem stimmform.
haben sie schon gesehen, dass der dreigeteilte raum? viel zu viele factis, die aneinanderprallen und krallen sich fest im nirgendwo. Gefaellig.

© Sybille Amber: Intellectual Property 2005

Scripts: Ideas 1995 - 2005


The following list of titles and ideas were collected throughout many years. They are verbally coded to result in possible scripts.

21
Civilist saves lives in various dimensions. Diverse actions present main character as a model of screen character, the name of which stands for virtue, courage and individual responsibility to surrounding.

27.212
Corporate identity rejects to unity in persona of turning tide century times. Human emotion grows, strongholding outburst prevented by will. Various complexes having been supervised by psychiatrist finally confirm a renewed generation.

Azimuth
Zenith has to increase psychic state of material life by correlating to surroundings´ habitual awareness. Horizon opens Zenith´s capsules of meaning to uprise bound air.

Boox
Nets and Webs fight each other. Lots of people are forced to complete nothing and silence. “Elites” surpress communards via “right” and violence to stupidity, apathia and lameness.

CI
Borderliner concludes that past should be forgotten, presence proves little positivity, so the future has to be a mere befall of wonderland.

Conditio Humana
Wrong constructions lead to manifold prejudices. Humorous folly resulting in death of protagonist.

Endeavour
Priest living during eighth century cajols his convent by having double identity as “ruler” and states man. Interesting study of willingness to power and usurpation.

Jambok
Genious character, learned and trained, has to accept that Goetheism approach inables spectral evolution of mind. Hyem segregates from time to time to contemplate prematured seizures of life.

Kid And Kin
Visional conglomeration of Sagas. Incest, intrigue and organization destroy social bands of family in late twentieth century.

Liars To The Heart
Relational ship between modified female vaporisateuse and personified pin – up vulture. Love turns out to betrayal chase and all claiming jealously to possess the “essence” of the opposite sex.

More Than A Heart
Love story by control and supervision. Protagonists bear knowledge of total Or-wellness.

Revised Past Depicted
Male and female human being refuse to bend to communards and build their own part of the world.

Sabot
Spooky person of unindentifiable gender is obliged to attempt survive presently repeated by the future.

Scoop
Intelligent, but surpressed man daringly furthers his fate and controls surrounding to mixed – pickles. Condolescence producing alls knowledge – collecting intrigues would be refined by protagonist replacing the “antagonistic” gender.

Seersucker
Homo sapien3 killed by blackmail and rumor switches in memorial channels codi-fied through vocabulary. HS3 develops first made structural system to selfcontrol memory.

SM 313
Presumed stupid, a “giving” woman coaxes her surrounding and finally organizes those pretenders.

Space Of Travel
Pictorial collection of movie phrases characterize day – to – day room of action by amiable support of human softness. To steady balance a couple of people and signs to end in conclusion that physical attraction might be useful to further life, but candids simply hardcore vulturously.

Spoof
Ladida lad rearranges his “delecate” affairs serving his intellectual powers. Re-memberance tricks on reality grounded on earlier headbangs. He realizes his life has turned out of slowness.

Relictions
As predictions are relicts of ancient phantasmorgasms, comparisons poison wide sights. Responsible “signori” declaring love, community underlying scientific ap-proach slimes to adher technical machine threat.

Viennah
Flimsy child restrains parental education. Through that they obtain help to gather riches and later have to accept kid´s backbite.

© Sybille Amber: Intellectual Property 2005

1993.3

Entwuerfe fuer eine ethnologisch – anthropologische Zeitung aus dem Jahr 1993. Moegliche Titel:

• Wiener Schule
• Der Ethnograph
• Der Tropenhelm
• Teilnehmender Beobachter
• Roh – Gekocht – Verfault
• Der Zaun / Fence

Selbstironischer und zynischer Untertitelkommentar: Inzestioes, schriftlos, posthuman, praeindustriell und neokolonialistisch.

Um die Allgemeinheit der Unverstaendigen zu erreichen wurde ein Titel fuer den Leitartikel entworfen:

• Schmitz Albtraum

Das Magazin sollte Rezensionen, interdisziplinaere Essays / Artikel angehender WissenschafterInnen und Inserate beinhalten. Ausserdem Kritiken zum Fachmuseum und Gesellschaften in Wien.

Die einzelnen Auflagen haetten mittels Kartoffeldruck, Ritzungen und Keilschriften gestaltet werden sollen, rund 25 Seiten, 200 Stueck, zu nicht ueber 30 Schilling sollten monatlich erscheinen.

Weil die Mehrheit der Befragten dieses als „zu ver – rueckt“ erklaerten, wurde das gesamte Projekt verworfen.

© Sybille Amber: Intellectual Property 2005

tractatum 1991


manifestum mobile, aus der zeit heraustretend, cum tempore, kann aber auch als statisch bezeichnet werden. da aber an keinerlei positionen gebunden, existent. aktion bedingt sich durch das vorhandensein von praesens und rechtfertigt somit die argumentation des lebens in gaengiger art und weise.
synonyma im feld der sprache, also synchrone betrachtungen, setzen einander schon durch ihr vorhandensein, also diachrone vergleiche moeglicherweise ausser kraft. diachrone denkversuche bedingen wiederum einander, sind einander uner-setzlich.
evolution der ebenen ist aber als beispiel eine ansammlung von fakten herbei zu ziehen. ebenen kann als klassische kategorie verstanden werden, nichts soll jedoch irgendwelchen begrenzungen unterliegen.
spiritum sanctum est, weil dieser chronos ueberwunden hat. die auswahl der spra-che, des vokabulars erklaert sich diachron, also historisch bedingt, aber auch als raeumliche interdependenz. sanctum, heilig, nicht nur in synonymer verwendung, oder auch aehnliches irrationales vokabulaar, erfuellt zwei oder mehr funktionen: chronos als unueberwindbar wegzuschieben, somit zu sanctus zu erklaeren, ueber unbestimmte, nicht absehbare zeit – raeume zu symbolisieren, umzukehren, zu drehen und zu wenden, zu verselbststaendigen und somit ebenen freizusetzen. die aber wiederum nur gebunden bearbeitet werden – meist. um neue kategorien im nachhinein setzen zu lassen, sickern, also chronos, welches ja als sanctus nicht angetastet werden darf, durch die ausfuehrung zu rechtfertigen fast schon, vor dem angesichte, dem zustand.
wahrnehmung der zeit: eine ansammlung von beobachtern und gefuehlen, und vom standpunkt der ueberwindung der zeit kann diese als denkfehler benannt werden, interim. gedankenfreiraeume sollen geschaffen werden, da raum fuer menschen realiter immer weniger wird, bzw. jene, die an orten grossen platzman-gels leben, nicht bereit sind an orte zu wechseln, die raum genug, oder nicht die bequemlichkeiten der zivilisation oder deren ableger bieten wuerden.

© Sybille Amber: Intellectual Property 2005

Song 1992.2


good crazy
let me
get from thee
incidentally
normally
what can thou
not learn
let life
be free
willingly
sacrified

© Sybille Amber: Intellectual Property 2005

Song 1992.1


levels sliding
towards hiding
people
times are coming
without timing
and seeing
and passing time

© Sybille Amber: Intellectual Property 2005

Song 1989.1


occasionally,
different human beings born
in different surroundings
using aequivalent words
therefore creating their sets
by meaning different virtues.
do they derive from
the same wells?
disturbances pull through
time and space and
misunderstanding comes from
the lacking addition of
feeling and thought.
some believe to be able
to flee the comet.
forgetting secrets
oblige to little.
the morning lives and
therefore life but something.
you pretend you would
and I do, too.
let alone ignorance
world creates and created,
perhaps means
hide and seek
engages variety
supports concretely.

© Sybille Amber: Intellectual Property 2005

Song 1993.1


Completely lazy I was
Furaciouly crazy to fuzz
Impressions let from the inside
Depressions marked from the outside
Universal buildings
Constituting minds
Universal all
Over the world
Psychic everglades in freedom
May force apocalyptic peace

© Sybille Amber: Intellectual Property 2005

Song 1993.2


One morning rambled
Down by the seashore
The wind it did whistle
& the waters did roar

I heard some fellow
Give a pitiful cry
It sounded so lonely
It swept off on high

The shells in the ocean
Shall be his dreambed
While fish in deep water
Swim over his head

He casts his fair body
In the waters so deep
He closed his clear eyes
Forever to sleep

However I prithee
Wake up 4 today
Sing and fly free
Thru airs in our way


© Sybille Amber: Intellectual Property 2005

1979.Der Kurzsichtige Hund


Siehst Du den Hund dort mit der Brille?
Er ist auch schon kurzsichtig geworden.
So wie wir alle.
Wir sehen nicht mehr weit.
Der Hund auch nicht.
Er wird so aggressiv,
Da er nicht weiss,
Was vor ihm ist.
Er beisst und schnappt.
Doch er ist gescheit
Und verwendet keine
Maschinengewehre und all das.
Doch wir tun das.
Wir sind auch aggressiv geworden.
Wenn wir nicht bald –
Aufhoeren –
So zu handeln,
Wird man uns, dann,
Wenn es wieder normale Wesen gibt,
Als Selbstmoerder bezeichnen.
Wir bringen uns mit der Zeit
Selbst um und
Reden aber vom Ueberleben.
Wir zoegern jedes Menschenleben
Mit Medikamenten hinaus.
Doch –
Es kann sich nur noch um Tage handeln.

© Sybille Amber: Intellectual Property 2005

1979.1


Ich ging auf einer Strasse.
Ganz weit vorne –
Da ging auch wer.
Ganz alleine.
Einsam.

© Sybille Amber: Intellectual Property 2005

1979.Die Tage


Tag um Tag vergeht
Es ist wie
Wenn es an mir
Voruebergeht.
Ich kann es
Nicht stoppen.
Wenn ich danach greife
Loest es sich auf.
Es verschwimmt
Vor meinen Augen –
Dann wird es wieder klar.
Ich muss erkennen,
Dass es wahr ist.

© Sybille Amber: Intellectual Property 2005

Thursday, June 23, 2005

Baby.1


I want to be your love
I want to be your pride
I want to give you ev´rything
That makes you satisfied
Baby – I want you
Baby – I need you
Baby – I love you
Baby – I need you
Baby – B. A. B. Y.

© Sybille Amber: Intellectual Property 2005

1992.1


Wissbegierig und interessiert beschaeftigte ich mich vor kurzem mit Band 22 der Fischer Weltgeschichte, Band Sued- und Mittelamerika I, Die Indianerkulturen Amerikas und die spanisch – portugiesische Kolonialherrschaft.

Ich stellt einigermassen erstaunt fest, dass das Inhaltsverzeichnis fuer das Kapitel der Bevoelkerungsgeschichte nicht nur Information zu den Themen a. Die europaeischen Einwanderer, b. Die spanische Zwangseinwanderung und d. Allgemeine Bevoelkerungsbewegung waehrend der Kolonialzeit versprach, sondern auch auf den Essay c. Rassenkreuzungen und Mischlingsbevoelkerungen hinwies. Durch persoenliche Erfahrungen wohl sensibilisiert, vermutete ich einen in negativer Weise aufschlussreichen Diskurs zu diesem Thema und war, trotz gefuehlsbedingter Abneigung, nicht abgetan die Formulierungen des Historiker Richard Konetzke (1897 – 1980), der, unter der wissenschaftlichen Leitung Jean Bollacks aus Paris, den gesamten Band 22 herausgegeben und verfasst hatte, zu lesen.

Ich sollte ein blaues Wunder erleben.

Konetzke bittet den Leser vorerst, sich im Sinne einer Notwendigkeit vor voreiligen Verallgemeinerungen zu hueten. Diesen Anspruch zu Anfang des Essays kann Folgendes jedoch auch nur annaehernd nicht erfuellen, sondern scheint wie ein Schild zur Rechtfertigung vorgetragen.

Wir lernen des weiteren, dass „[...] die unangenehme Wahrnehmung der Hautausduenstungen beim Kontakt von Menschen verschiedener Rassen ueblich ist.“, und „Da aber die Indianer im allgemeinen sehr reinlich waren und, so beobachtete man, sich haeufig wuschen und badeten, konnte das Abstossende des andersartigen Rassengeruches sich weniger bemerkbar machen.“ (S. 87).

Der Historiker Konetzke wirft mit behender Gewandtheit mit anderen Beispielen einschlaegigen Vokabulars um sich. So finden wir Begriffe wie Rasseneigentuemlichkeiten, Herrenbewusstsein, oder Charakterisierungen, wie andersrassige Bevoelkerungen, im fortlaufenden Text vor. Nahezu textimplizit und, kaum verwunderlich, nicht hinterfragt, trifft der nicht geneigte Leser auf die Sitte der Menschenfresserei, doch „Der kulturelle Abstand minderte sich, wo die Spanier den Voelkern der altamerikanischen Hochkulturen begegneten, aber fremde Welten waren es doch, die einander gegenuebertraten.“ (S. 88).

Und weiters: „Haeufig bedurfte es fuer einen Sexualverkehr nicht der Gewalt und Verfuehrung des weissen Mannes. Die Indianerinnen kamen den Wuenschen der Europaeer entgegen und gaben sich ihnen willig und wolluestig hin. Sie bevorzugten die fremden Eidringlinge, deren Staerke und Ueberlegenheit auf sie Eindruck machten, vor den Maennern ihrer eigenen Rasse.“ (S. 89)

Mein ohnehin gastritioeser Magen erfaehrt neuerlich konvulsivische Verkrampfungen angesichts dieses wohl unglaublichen Kernstuecks, welches lautet: „Die Blutsmischung zwischen einem Weissen und einer Mestizin ergab den sog. Castizo (auch albino oder cuarteron genannt), und der nachkomme eines Weissen und einer castiza hiess ‘Spanier’. In der dritten Bastardgeneration traten also durch die Einkreuzung mit weissen Individuen die Rassenmerkmale des europaeischen Menschen so deutlich wieder auf, dass kein Unterschied mehr zu dem Erscheinungsbild des europaeischen Spaniers sichtbar ist. Als Folge einer an Sozialbegriffen orientierten Auslese vollzog sich die Entbastardisierung der Mestizen, die ‘Reinzuechtung anthropologischer Typen’ (Max Weber), wobei der spanisch – europaeische Elternteil fast rein und unversehrt wieder hervortrat. Auch bei den portu-giesisch – indianischen Rassenkreuzungen ist der gleiche Vorgang der Einweissung zu beobachten.“ (S. 93)

Die Anfuehrung zusaetzlicher Zitate dieses Essays sollen an dieser Stelle beendet und verziehen sein, dann das oben konstatierte blaue Wunder wuchs zu schierer Fassungslosigkeit, als ich herausfand und nachschlug, wann dieser Band 22 zuletzt erschienen war. Betroffen stellte ich fest, dass, aus mir gaenzlich unbegreiflichen Gruenden, ebendiese Publikation im Jahr 1991 der christlichen Zeitrechnung in der 95. – 96.tausendsten Aufla-ge nach der illustrierten Originalausgabe vom April 1956 wiederholt unveraendert in Frankfurt am Main bei Fischer Buecherei KG / Fischer Taschenbuchverlag GmbH. aufgelegt wurde.

Ich moechte hiermit durchaus provokant aufzeigen, wie sonderbar unreflektiert und kommentarlos diese Manifestationen Konetzkeschen Denkens abgedruckt wurde und verwehre in weiterer Folge eine finanzielle Unterstuetzung jenes Verlags durch Ankaeufe von Druckwerken dieses Konzerns.
Wien, November 1992
[Anmerkung der Autorin 2005: Die Orthographie wurde einer leichteren Lesbarkeit vereinfacht, der Inhalt der Kritik aus dem Jahr 1992 nicht veraendert.]

© Sybille Amber: Intellectual Property 2005